Der nächste beste Schritt - Sandy Mercier

Der nächste beste Schritt – Sandy Mercier

Sandy Mercier ist freischaffende Autorin aus Berlin. Ihr Ratgeberroman ‚Das Buch deines Lebens: Umbruch’ stand monatelang auf der BILD-Bestsellerliste. Ihr neuestes Ratgeberwerk ‚Der nächste beste Schritt’ hat ebenso das Zeug dazu. Abseits des Ratgeber-Genres ist Sandy auch anerkannte Thriller-Autorin.

In diesem Blogartikel stelle ich dir Sandys Werdegang vor, sprich wie sie es geschafft hat Bestseller-Autorin zu werden und welche Hindernisse sie auf dem Weg zu ihrer Berufung überwinden musste. Diese Geschichte hat sich dem Ziel verschrieben dir Mut zu machen sowie dir Kraft und Inspiration zu schenken.

Ursprünglich aus der Uckermark in Nordostdeutschland stammend ist Sandy nach dem Abitur nach Berlin gezogen. Dort ließ sie sich in der Folge zur Rechtsanwaltsfachangestellten ausbilden.

Wie Sandy zu dieser Berufswahl kam?

Eher zufällig. Ursprünglich wollte sie entweder Reiseverkehrsfrau oder Verlagskauffrau werden, weil sie bereits damals eine große Liebe zu Büchern empfand. Als Sandy den Ausbildungsplatz in einer Kanzlei zugesagt bekam, begann sie jedoch dann dort ihren Berufsweg.

Besonders das erste Jahr in dieser Ausbildung war eine schwierige Zeit für Sandy. Insgeheim trug Sandy den Wunsch in sich studieren zu wollen. In der Schule hatte sie häufig zu hören bekommen, sie wäre nicht klug genug dafür. Das spornte sie an; sie wollte es allen beweisen.

Da sie die Arbeit mit Kindern sehr liebte und nebenbei viel Erfahrung als Ferienlagerbetreuerin gesammelt hatte, beschloss sie sich für ein Grundschulstudium zu bewerben. Leider erhielt sie aufgrund der großen Nachfrage eine Absage, welche sie zunächst traurig stimmte.

Sandy ließ sich jedoch nicht von ihrem Entschluss ein Studium absolvieren zu wollen abbringen und beschloss es in einem Jahr nochmal zu versuchen. In der Zwischenzeit nahm sie sich vor so viel wie möglich zu sparen, um sich später das Studium leichter finanzieren zu können.

Aus diesem Grund blieb Sandy in der Kanzlei und nahm nebenbei noch einen Job in einem Musikverlag an. Sie arbeitete zu dieser Zeit sehr viel. Als das Jahr um war, bewarb sie sich anstatt des Grundschulstudiums für das Studium der Afrikawissenschaften.

Warum Afrikawissenschaften fragst du dich jetzt vielleicht?

Sandy lernte bereits seit ihrem Abitur heimlich Swahili. Diese Leidenschaft war ursprünglich durch ein Buch entfacht worden. Dazu kam, dass die Nachfrage nach einem Studienplatz der Afrikawissenschaften geringer war als bei den pädagogischen Studienrichtungen.

So begann Sandy das Vollzeitstudium der Afrikawissenschaften – neben ihrer zwei Jobs.  Sandys Antrieb ihr Geld selbst zu verdienen war sehr groß und außerdem tat sie sich aufgrund ihrer Loyalität zu ihren Arbeitgebern schwer sich aus beiden Stellen zu verabschieden.

Sie beschreibt diese Zeit damals als sehr chaotisch. Das Studium verlangte ihr unglaublich viel ab. Wissenschaftliche Arbeiten, Seminare, Vorträge am laufenden Band. Und dann noch zwei Jobs gleichzeitig. Sie hatte absolute keine freie Minute mehr übrig.

Dies ging rund ein Jahr lang gut und dann kam es, wie es kommen musste. Sandys Körper und Geist begannen langsam aber sicher sehr kraftlos zu werden. Die ersten Zeichen eines Burnouts machten sich bemerkbar.

In Sandy machte sich nach und nach das Gefühl breit, dass es nur mehr zwei Optionen gab. Entweder zusammenreißen oder zusammenbrechen. So stand sie eines Tages im Aufzug auf dem Weg von der Arbeit zur Uni und konnte einfach nicht mehr. Sie fuhr nach Hause, legte sich aufs Bett und starrte auf die Wand. Sie war komplett leer.

Sandy musste sich in der Folge von ihren beiden Jobs trennen und wurde krankgeschrieben. Diagnose: Burnout. Kraft schöpfen für Körper, Geist und Seele waren nun angesagt.

Sie saugte zu dieser Zeit alle Bücher über Burnout auf und verstand dadurch besser, was in ihr vorging. Denn ihre Persönlichkeit hatte sich verändert. Ihre Gedanken und ihre Belastbarkeit waren anders als zuvor und die Bücher halfen ihr dabei diesen Prozess besser zu verstehen.

Bücher entpuppten sich also als wundervoll heilsame Medizin für Sandy. Sie begann zu verstehen, wie es so weit kommen konnte. Sie fand auch wieder Mut, weil sie darin erfuhr, was sie tun konnte, um wieder gesund zu werden – mehr als sie dies durch ärztliche Begegnungen bekam.

Ihr Studium der Afrikawissenschaften konnte sie dennoch abschließen. Nach einigen Monaten der Erholung konnte Sandy sich in den darauffolgenden Semesterferien einen langgehegten Traum erfüllen, nämlich drei Monate als Au-pair in England zu verbringen.

Nebenbei begann sie gelegentlich als Promoterin und Hostess zu arbeiten. Es gefiel ihr, als ausgeprägter Scanner-Persönlichkeit, sehr neue Einblicke in bisher unbekannte Arbeitsbereiche zu erhalten.

Eine Frage, die Sandy zu dieser Zeit ständig begleitete war:

„Was will ich eigentlich vom Leben?“

 So kam es, dass sie eines Tages auf eine Menschenrechtsorganisation stieß. Als sie mehr über deren Arbeit erfuhr, bekam Sandy Gänsehaut und fing an zu weinen. Klare Zeichen, die sie laut Auskunft immer bekommt, wenn sie am richtigen Weg ist.

So schloss sie sich der ehrenamtlichen Gruppe dieser Menschenrechtsorganisation an. Durch die Kombination ihrer Ausbildung, ihres Studiums und ihrer ehrenamtlichen Arbeit wurde sie kurze Zeit später als Praktikantin aufgenommen.

Zu dieser Zeit war Sandy bereits wieder bei Kräften und hatte sich gut erholt von ihrem Burnout. Sie genoss die Arbeit in der Menschenrechtsorganisation sehr. Ihr großer Wunsch war es in dieser Organisation aufzusteigen. Sie träumte sehr oft davon und stellte sich vor, wie es denn sein würde hier fix zu arbeiten – ohne zu diesem Zeitpunkt je etwas von Visualisierungsübungen gehört zu haben.

Im Vergleich zur Kanzlei fühlte sich Sandy in ihrer neuen Arbeitsumgebung sehr wohl. Während ihrer Arbeit in der Rechtsanwaltskanzlei hatte sie stark mit der gelebten Null-Fehler-Toleranz zu kämpfen gehabt. Während ihrer neuen Tätigkeit in der Menschenrechtsorganisation konnte sie sprichwörtlich endlich wieder aufatmen. Hier wurde entspannter mit Fehlern umgegangen. Fehler waren ein Werkzeug um zu lernen und nicht um zu bestrafen.

Sandy sah zum ersten Mal auch Sinn in ihrer Arbeit. In der Kanzlei hatte sie immer das Gefühl gehabt Dinge zu tun, die kaum Relevanz haben. In der Menschenrechtsorganisation wusste sie, warum sie diese Tätigkeit tat und konnte sich mit der Mission der Organisation identifizieren.

Aus Sandy der Praktikantin wurde eine Werkstudentin, später eine qualifizierte Aushilfe und nicht zuletzt eine Fach- und Personalreferentin. Sandy hatte sich im Lauf der Jahre einen enormen Erfahrungsschatz aufgebaut und sich mit ihrem Arbeitseifer hochgearbeitet.

Zu dieser Zeit hatte sie bereits neben der Arbeit ein Fernstudium an der Schule des Schreibens begonnen. Denn der Wunsch des Schreibens war schon lange auf ihrer To-do-Liste gestanden. Durch das Fernstudium wollte sie nun endlich an ihren Skills arbeiten und diese verfeinern.

Immer mehr spürte Sandy, dass es bald Zeit für eine berufliche Veränderung war. Sie mochte ihre Arbeit, doch sie wollte endlich weg von dieser ständigen Mecker-Kultur im Büro. Sandys Aufgabenbereich war außerdem über die Jahre ins Unermessliche gewachsen. Die Zahl der Aufgaben war schier nicht mehr zu bewältigen und wurde auch ständig mehr, weil Kolleg*innen in Langzeitkrankheit gingen.Und so übernahm wieder einmal das Universum das Ruder.

Sandy erlitt einen schlimmen Autounfall. Sie wurde angefahren und hatte eine Vielzahl an Schutzengel, dass ihr nichts Gröberes passierte. Dieser Unfall war in jedem Fall ein eindeutiger Weckruf. Nach dem Unfall war Sandy nämlich gezwungen sich wieder eine Auszeit nehmen. Neben der harten Arbeit in der Organisation ging es zu dieser Zeit auch in ihrem Privatleben rund und sie musste sich eingestehen, dass sie sich wieder mal zu viel aufgebürdet hatte.

Ihr Körper zeigte ihr mit ständigen Magen-Darm Problemen und Bronchitis eindeutig, dass es Zeit für eine Pause war. Sie war neuerlich in ein Burnout gerutscht. Aus diesem Grund schrieb sie sich diesmal für eine Woche in einer Klinik ein. Nach und nach wurde ihr klar, dass sie nicht zurückwollte ins Büro. Es musste jetzt endgültig ein anderes Leben her.

So begann Sandy in dieser Zeit ihr erstes Buch zu schreiben. Es handelte sich um einen autobiografischen Roman, den sie später zur Probe auch heimlich veröffentlichte (nun nicht mehr erhältlich). Dieses erste Werk erlaubte es ihr ihre eigene Geschichte aufzuarbeiten und gab ihr die Möglichkeit erste wichtige Einblicke ins Autorenleben zu erhalten.

In der Folge rief Sandy ihren wundervollen Blog Schreiben um zu Leben ins Leben. Denn: sie schrieb zu dieser Zeit, um zu leben. Ihr zweites Burnout hatte sie enorm motiviert endlich mit dem Schreiben zu beginnen. In der Zeit der Reha befasste sie sich sehr intensiv mit Persönlichkeitsentwicklung, recherchierte und las viel.

Als sie gegen Ende der Reha erste Jobzusagen bekam, wurde ihr schlagartig klar: Wenn ich wieder zurückgehe ins alte Leben, dann würde ich das jetzt nur aus Angst tun. Aus Angst vorm Arbeitsamt, aus Angst vor dem Verlust der finanziellen Existenzgrundlage. Sandys Körper schickte ihr klare Signale. Er zwang sie endlich ehrlich mit sich zu sein. Die Angst vor der Zukunft war nach wie vor ein ständiger Begleiter, doch Sandy spürte immer mehr, dass es bald einen anderen Weg geben würde. So kam es, dass sie trotz aller Zweifel diverse Jobangebote absagte, um sich aufs Schreiben zu konzentrieren.

Im Zuge ihres Schreibstudiums durfte Sandy dann ein Werk einreichen und prüfen lassen. Sie erhielt ausgezeichnetes Feedback und arbeitete eifrig daran ihren ersten Thriller veröffentlichen zu können. In dieser Zeit führte sie das Universum zu einem Schreibcamp von Annika Bühnemann. Auf diesem Schreibcamp fand Sandy genau jene Unterstützung, die sie brauchte.

Sie hatte bereits zuvor versucht ihr Buch zu veröffentlichen. Doch es wollte aus irgendeinem Grund nicht klappen. Im Schreibcamp erhielt Sandy entscheidendes Feedback. Sie änderte daraufhin den Buchtitel und ließ ein professionelles Coverbild für das Buch anfertigen. Der Rest ist Geschichte, denn ihr erster Thriller ‚Die Todesküsserin’ wurde wenig später einer voller Erfolg.

Sandy weiß heute, dass es ein langer Weg ist ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen. Ein Weg, den man besser nicht alleine beschreitet.

Außerdem hat sie folgenden Tipp für dich parat: Wenn irgendetwas nicht klappt, frag dich immer warum. Woran könnte es liegen?

Warum haben Bücher in Sandys Leben von jeher eine so große Rolle gespielt?

Schon in ihrer Jugend war Sandy den Thrillern von Joy Fielding verfallen. Generell hatte sie das Gefühl in diesen Büchern sehr viel vom Leben erklärt zu bekommen. In Fieldings Thriller „Sag Mami Goodbye“ entführt ein Mann seiner Ex-Frau die Kinder.  In dem Moment als Sandy herausfand, dass ein Leser dank des Buches dazu bewegt wurde, seiner eigenen Frau die Kinder in einem Obsorgestreit zurückzugeben, spürte sie zum ersten Mal so richtig die Macht der Bücher.

Bereits in ihrer Jugend schrieb Sandy immer wieder Kurzgeschichten und Gedichte. Sie spürte, dass sie sich mit geschriebenen Wörtern sehr gut ausdrücken konnte. Während ihrer Zeit als Au-pair in England nahm sie beispielsweise an einer Ausschreibung für eine Weihnachtsgeschichte teil. Sie gewann und ihre Geschichte wurde in einem Buch veröffentlicht. Dasselbe passierte bei einer Osterausschreibung für Gedichte.  Auch hier nahm sie teil und gewann.

Es war als wollte Sandy das Universum damit klare Zeichen schenken. Mach weiter, du bist am richtigen Weg. Bleib dran.

All diese Ereignisse trugen dazu bei, dass der Wunsch des Schreibens immer konkreter wurde. Bis er ganz oben auf der To-do-Liste stand und schließlich zur Einschreibung im Fernstudium des Schreibkurses führte. Und dies obwohl Sandy mehr als alle Hände voll zu tun hatte in ihrem Vollzeitjob in der Menschenrechtsorganisation und einem Masterstudium der Afrikawissenschaften.

Was rät Sandy Menschen, die frustriert im Job sitzen?

Sandy schildert, dass ihr Auszeiten immer enorm geholfen haben. Deshalb rät sie dir raus aus der Situation zu gehen. Das könnte zum Beispiel in Form eines Urlaubes sein. Ein Tag in der Natur mit viel Zeit für dich alleine, um die innere Stimme wieder hörbar zu machen.

Auch Bücher zu lesen oder Podcasts zum Thema zu hören hat Sandy damals sehr geholfen. Vor allem die persönlichen Geschichten von Menschen in Autobiografien waren es, die ihr viel Mut, Kraft und Inspiration geschenkt.Außerdem schwört Sandy aufs Tagebuch schreiben. Schreiben um zu leben, eben.

Sie glaubt an die Macht des geschriebenen Wortes. Denn Wünsche, die einmal aufgeschrieben werden, können viel eher wahr werden. Auch Gedankenketten können, wenn sie einmal aufgeschrieben und zu Ende gedacht werden, oft wie magisch von selbst verschwinden.

Was empfindet Sandy an ihrem Beruf als Autorin als so erfüllend?

Sandy kann es manchmal noch gar nicht glauben, dass das Schreiben von Geschichten heute ihr Job ist. Es ist für sie das Beste auf der Welt. Sie hat heute das Gefühl endlich etwas bewirken zu können. In der Kanzlei war da damals nicht viel davon zu spüren, in der Menschenrechtsorganisation schon viel mehr, dennoch war sie am Ende in der Personalreferentenstelle wieder in einer ‚Box’ eingesperrt.

Dank ihrer Ratgeberromane bekommt Sandy viele Nachrichten von Menschen, die dank der Bücher ihr Leben verändert haben. Sie ist mit Glück erfüllt zu erfahren, dass sie Menschen damit berühren konnte, sie zum Nachdenken gebracht hat ihr Leben ein Stückchen besser, leichter, fröhlicher und glücklicher zu machen. Manche ihrer Leser*innen haben sich getrennt, endlich die lang ersehnte Reise gemacht oder zu meditieren begonnen.

Außerdem empfindet Sandy großes Glück dabei heute in ihrem besten Umfeld arbeiten zu können. Als hochsensible Person war es von jeher schwierig für sie in einem Großraumbüro zu arbeiten. Heute genießt sie es in Ruhe an ihrem Schreibtisch zu sitzen und zu arbeiten.

Sie hat die Flexibilität spazieren zu gehen, wann sie will und es ihr guttut und ist nicht mehr an fixe Arbeitszeiten oder Vorgaben von Vorgesetzten gebunden. Sie darf heute machen, was ihr guttut. Und wenn sie Unterstützung benötigt, dann hat sie gelernt danach zu fragen bzw. sich diese bei Expert*innen zu holen.

Speziell als Burnout erfahrene Person hat sie heute verinnerlicht, dass sie sich regelmäßige Auszeiten nehmen darf. Entspannung gehört heute zu ihrem Alltag. Sandy weiß, dass regelmäßige Entspannung ihre Kreativität nährt. Denn Arbeit und Freizeit stehen in einer konstanten Wechselwirkung. Festzustellen, dass Bücher schreiben und lesen heute ihr Job ist, erfüllt Sandy jeden Tag aufs Neue mit viel Glück und Dankbarkeit.

Und so ergibt am Ende immer alles einen Sinn.

Hier findest du nähere Infos zu Sandy:

Website: https://www.schreibenumzuleben.de

Instagram: sandy_mercier_autorin

Ratgeberromane:

Das Buch deines Lebens: Umbruch

Der nächste beste Schritt

Sandys Thriller:

Die Todesküsserin

Mach das Licht an 

Hier findest du den Link zur Podcast-Interviewfolge mit Sandy.

 



Wenn Du nicht bereit bist, Dein Leben zu ändern, kann Dir nicht geholfen werden.

— (Hippokrates)