Was ist Life Design?

Nachdem ich Ende des letzten Jahres meine Life Design Ausbildung bei Workliferomance habe, fließen seither sämtliche Grundsätze und Methoden des Life Designs in meine Arbeit ein.

Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff Life Design?

Life Design widmet sich der Lösung eines großen Rätsels, das sehr viele Menschen beschäftigt, nämlich: die Suche nach einem guten Leben und dem passenden Job.

Dafür macht sich das Life Design die Design Thinking Methode zunutze.
Design Thinking ist eine Innovationsmethode, die es sich zur Aufgabe gemacht hat sogenannte wicked problems, also komplexe, menschliche Probleme zu lösen.

Nachdem die Suche nach einem guten Leben und passenden Job ebenso ein komplexes, menschliches Problem darstellt, bietet es sich an die Methoden, Haltung und Prozesse von Design Thinking auf das echte Leben anzuwenden.

Einige der Grundfragen im Life Design lauten:

-Welche Joboptionen habe ich?
-Womit kann ich Geld verdienen?
– Was soll ich mit meinem Leben anfangen?

1. Schritt: Verstehen

Zu Beginn geht ganz viel darum zu verstehen und zu analysieren, sprich um die Beschäftigung mit sich selbst, den eigenen Stärken, Interessen, Werten, Qualifikationen und Rahmenbedingungen. Hier kommen die Puzzleteile meines Work Life Puzzles ins Spiel.

Je mehr Infos zu den einzelnen Puzzleteilen gesammelt werden können, umso klarer und detaillierter wird das Bild. So wie beim Muscheln sammeln am Strand. Je mehr Zeit du investierst, umso einzigartigere und wertvolle Schätze wirst du entdecken.

„Erkenne dich selbst“, steht auch am Apollotempel von Delphi und beschreibt das Ziel dieser Verstehens-Phase sehr gut.

2. Schritt: Ideen entwicklen

Aufbauend auf den bereits zusammengesetzten Puzzleteilen werden im nächsten Schritt viele neue, kreative, verrückte Ideen entwickelt. Hier ist es NICHT wichtig diese sofort auf Umsetzbarkeit zu prüfen sondern vielmehr basierend auf den erarbeiteten, bereits zusammengesetzten Puzzleteilen völlig neue, bisher noch nicht „gedachte“ Verbindungen zu schaffen.

Ganz im Sinne Linus Pauling: „If you want to have good ideas you must have many ideas.“

Nachdem diese neuen Ideen entwickelt und verdichtet wurden, dreht sich im nächsten Schritt alles um die Auswahl der Ideen. Die Design Thinking Methode stellt hier viele Tools zur Verfügung mittels derer du diejenigen Ideen auswählen kannst, die am besten zu dir passen, dein Herz zum Hüpfen bringen bzw. zu deinem Life-Design passen.

Leider schaffen es ganz viele unserer Ideen meist nicht bis zur Umsetzung, weil die innere kritische Stimme alle frühzeitig eliminiert.

„Das gibt’s ja schon.“

„Wie soll ich damit Geld verdienen?“

„Was bildest du dir denn da ein, es wartet ja keiner auf dich?“

Kennst du diese Gedanken?

Am Ende machen wir dann meistens nichts, weil diese innere kritische Stimme sämtliche Ideen sofort abkillt!

In der Ideenentwicklung darfst du also wirklich (wieder) die Rolle des Träumers/der Träumerin einnehmen. Erst später sind – wie es auch in der Walt Disney Methode genutzt wird – die Rollen des Realisten und Kritikers eingeladen ihren Senf dazuzugeben.

3. Schritt: Testen

Im letzten Schritt des Life Designs kommst du ins Handeln. Denn:

Nur wenn du deine Träume lebst, kannst du erfahren, ob du ein neues Leben drauf aufbauen willst.

Daher dreht sich zum Abschluss alles darum aus den ausgewählten Jobideen Prototypen zu basteln um diese anschließend zu testen und zu bewerten.

Warum sind Prototypen wichtig?

Ein großer Vorteil ist, dass du kein Risiko eingehen musst, um in deine neuen Jobideen einzutauchen. Du hast beim Prototypen nichts zu verlieren sondern nur zu gewinnen, nämlich wertvolle Erkenntnisse und Erfahrungen.

Lässt sich deine neue Ideen in Form einen Ehrenamts austesten?

Kennst du Menschen, die in diesem Bereich arbeiten und zu ihren Erfahrungen befragen?

Denn ohne Test hast du keine Bewertungsgrundlage. Auch wenn wir uns alle so wünschen würden, dass die berufliche Veränderung schnipp-schnapp von einem Tag auf den anderen – als Tagestrip sozusagen- vollzogen ist, so ist es doch viel realistischer sie als Reise, sprich als Prozess zu betrachten.

Denn das Life-Design, das wirklich zu dir passt, ist keine Massenware – es ist aufgebaut auf deinen Anforderungen und Bedürfnissen.

Worin liegen die Vorteile des Life Designs?

  • Empathie

Du als Mensch, als einzigartiges Wesen zählst. Du stehst im Mittelpunkt des Prozesses mit all deinen Talenten, Werten, Fähigkeiten und Wünschen. Dein Life Design ist kein Fertigprodukt, das es irgendwo zu kaufen gibt.

  • Ko-Kreativität

Die Magie des Life Designs liegt für mich ganz klar in der Ko-Kreation. Egal ob im Einzelcoaching oder im Gruppenworkshop für sämtliche Tools des Life Designs ist die Weisheit der Gruppe oder anderer Menschen wichtig. Life Design ermutigt dich in den Austausch zu gehen.

  • Aus Druck wird Freude

Die Life Design Methode schafft es durch ihren kreativen, menschlichen Ansatz dir den Druck zu nehmen, dieser einen Traumstelle verzweifelt nachzujagen. Dir wird durch die Gestaltung deines eigenen Lebens klar, dass es sogar mehrere Traumjobs für dich (vielleicht sogar gleichzeitig – Stichwort Polyjobbing) gibt. Die Grundlage, dein Warum, ist ein konstantes Feld – doch wie du diese über das Leben hinweg auslebst, das kann und darf sich verändern.

Also für alle Scanner*innentypen unter euch bedeutet das vor allem eines: nämlich aufatmen. Es geht nicht darum in deiner Schatzkiste zu graben und das eine Ding zu finden, sondern vielmehr darum all deine Schätze aufzudecken, an die Oberfläche zu bringen und diese als Grundlage für dein Life-Design zu verwenden.

  • Kreativität

Jetzt denkst du dir vielleicht: Sigrid, ich bin aber nicht kreativ.

Durch die Anwendung verschiedenster Tools wird jedoch schnell eines klar: Jeder Mensch ist kreativ. Ich erlebe es oft, dass viele Menschen Kreativität mit künstlerischem Talent verwechseln. Neue Denkansätze einzubringen und zu entwickeln hat jedoch nichts damit zu tun, ob du schöne Bilder malen kannst. Kreativität ist facettenreich und kann auf verschiedenste Weise ausgelebt werden. Manchmal braucht es nur etwas Übung. Denn kreativ zu sein bedeutet grundsätzlich nur etwas Neues zu erschaffen aus bereits alten Zutaten.

Kreativität hat daher mehr etwas mit Mindset zu tun. Also sei neugierig, begeistert, und hab keine Angst Fehler zu machen.



Ein Mensch ist erfolgreich, wenn er zwischen Aufstehen und Schlafengehen das tut, was ihm gefällt.

— (Bob Dylan)