Wir können alles sein - Johanna Kramer

Wir können alles sein – Johanna Kramer

Johanna Kramer hat im Herbst 2018 ihren Debütroman Wir können alles sein veröffentlicht. Sie lebt als freischaffende Autorin in Süddeutschland ihren Traum.

Doch das war nicht immer so. Wie Johanna ihre Berufung gefunden hat und es geschafft hat sämtliche Hürden auf ihrem Weg zu überwinden, erfährst du in diesem Blogartikel. Die folgenden Zeilen ermöglichen dir einen kleinen Einblick in Johannas Reise zur Berufung und möchten dich inspirieren sowie dir Mut machen für deine Berufung loszugehen.

Johannas Reise Richtung Berufung

Obwohl Johanna bereits als Kind gerne Tagebuch geschrieben und viel gelesen hat, zählte das Schulfach Deutsch in ihrer Kindheit und Jugend nicht zu ihren Lieblingsfächern. Das Schreiben war für sie von jeher eher ein Medium um Gefühle zu verarbeiten. Johanna liebte es fremde Sprachen zu erlernen und sich mit unterschiedlichen Kulturen auseinanderzusetzen. Deshalb stand für sie früh fest, dass ihr Beruf einmal etwas mit Sprachen zu tun haben sollte.

Nach einer Ausbildung an einer Sprachenschule zur Europakorrespondentin, startete sie, nach einem Auslandsaufenthalt in Spanien, ihr Berufsleben in ihrer deutschen Heimat. Sie begann ihre berufliche Laufbahn als Sachbearbeiterin im Vertrieb eines Großkonzerns. In den ersten Monaten konnte Johanna viel lernen und arbeitete sich gut ein.

Nach rund eineinhalb Jahren stellte sie jedoch fest, dass sich ihre Aufgaben zu wiederholen begannen und sie fühlte sich im Hamsterrad des klassischen Büroalltags gefangen. Häufig kam das Gefühl wie „Ich bin hier nicht richtig“ in ihr hoch. Sie fühlte sich gefesselt ans Büro. Jeden Tag die gleiche Routine, ein Leben nach den Vorgaben anderer. Johannas Unzufriedenheit stieg und stieg.

Aus diesem Grund entschloss sie sich berufsbegleitend das Fernstudium ‚International Business Communication’ mit Fokus auf interkulturelle Kompetenz zu absolvieren.

Dieses Themenfeld interessierte sie nicht nur persönlich, sondern interkulturelle Kompetenz war auch für ihre Stelle im Vertrieb wichtig, da sie häufig mit Menschen unterschiedlicher Kulturen zu tun hatte. Und es gab noch einen anderen Motivationsfaktor, warum Johanna sich für dieses Studium entschied. Sie sah dadurch die Chancen auf eine Beförderung steigen. Dies war für sie der erhoffte Ausweg aus dem Vertriebsbüro hin zu einer Stelle mit mehr Reisetätigkeit.

Wendepunkte in Johannas Leben

Als im Jahr 2012 Johannas Mutter an Krebs starb, wurde ihr schlagartig klar, dass sie beruflich so nicht mehr lange weitermachen konnte. Zu dieser Zeit meldete sich bereits ihr Körper zu Wort. Johanna fühlte sich von Tag zu Tag antriebsloser und hatte oft mit Kopfschmerzen zu kämpfen. Sie stand durch ihre Arbeit ständig mit ihren Werten in Konflikt, denn im Vertrieb zählten nur Verkaufszahlen. Sie fühlte sich fehl am Platz.

Johanna sah vor allem keinen Sinn in ihrer täglichen Arbeit. Sie fühlte sich so, als ob sie nicht mal diesen Job richtig erfüllen konnte, weil sie nicht mit ihrem Herzen dabei war. Im selben Atemzug quälte sie der Gedanke auch sonst nichts anderes tun zu können bzw. in etwas gut zu sein. Der klassische Teufelskreis. 

Doch ein Denkanstoß ließ Johanna Kraft und Motivation entwickeln und brachte schlussendlich einige Dinge in Bewegung. Johanna stellte sich die Frage: „Wie blicke ich, wenn ich alt bin und im Sterbebett liege auf mein Leben zurück? Was werde ich bereuen?“

Johanna dachte viel über diese Frage nach und begann sich in dieser Zeit auch für Spiritualität zu interessieren. Sie beschäftigte sich u.a. mit der Macht der Gedanken und dem Gesetz der Anziehung. So entschloss sie sich eines Tages wieder mal frustriert in der Arbeit sitzend die Affirmation „Ich finde meinen Traumjob“ auf einen Zettel zu schreiben. Sie packte diesen in ihre Geldbörse und bekam ihn so jeden Tag ein paar Mal zu Gesicht.

Johanna ist heute davon überzeugt, dass sobald wir den ersten Schritt tun, sprich unseren Wunsch klar zu formulieren, das Universum darauf reagieren und uns dementsprechend unterstützen kann. Damals dachte sie sich: „So, was hab ich zu verlieren? Ich probiere das jetzt einfach mal aus.“ Und das Universum begann tatsächlich zu liefern. Es kam Bewegung in Johannas Berufsleben….

Kurz darauf – das Fernstudium hatte Johanna in der Zwischenzeit erfolgreich abgeschlossen – erhielt sie die besagte Beförderung und reiste ein Jahr beruflich viel um die Welt. In jenem Moment, in dem ihr diese Beförderung zugesagt wurde, war Johanna verwirrt und dachte sie: „Liebes Universum, ich will doch hier weg. Ich will ja hier raus. Warum bekomme ich jetzt diese Beförderung?“.

Doch gleichzeitig spürte sie, dass es einen Grund hatte und sie diesen Job annehmen sollte. Sie blieb daher noch über ein Jahr und sammelte wertvolle Erfahrungen. Doch dann wurde es spannend. Es kam nämlich zu einer Abfindungsrunde in ihrem Unternehmen, da es einen neuen Investor gab und daher für die bestehende Belegschaft die Möglichkeit geboten wurde mit einer Abfindung das Unternehmen zu verlassen.

So kam es, dass Johanna während einer Geschäftsreise weinend in ihrem Hotelzimmer saß und realisierte, dass der Zeitpunkt nun gekommen war. Die Zeit war reif für sie.  Ihre Entscheidung: Kündigung samt Abfindung. Sie wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was sie danach machen wollte. Ihr war jedoch klar, dass sie diese Chance nun ergreifen musste, um diesen Job endgültig an den Nagel hängen zu können.

Obwohl die Abfindung nicht groß genug war, um längere Zeit davon leben zu können, so sah Johanna sie als das Geschenk vom Universum an, auf das sie gewartet hatte. Ein Geschenk das Johanna den nötigen Mut verlieh zu gehen. Heute weiß sie, dass sie es auch ohne hinbekommen hätte, doch damals war es die letzte nötige Triebfeder.

Innerhalb von vier Wochen konnte Johanna ihr altes Berufsleben endgültig an den Nagel hängen. Bereits in den ersten Tagen ihres neuen, freien Lebens begann sie wieder Tagebuch zu schreiben. Neben dem intensiven berufsbegleitenden Fernstudium, der Krankheit und dem Tod ihrer Mutter, konnte sie sich nun endlich ausreichend Zeit für sich nehmen, um alles aufzuarbeiten.  Johanna schildert diese Zeit als eine sehr herausfordernde, begleitet von vielen Momenten des Zweifels und der Trauer.

Heute weiß sie, dass sie diese auch Zeit benötigte, um sich von ihrer alten Identität der Vertriebsmanagerin zu verabschieden. Nur eine Handvoll an Menschen in ihrem Umfeld verstand ihre Entscheidung, bei vielen ihrer Mitmenschen traf sie auf Unverständnis. „So einen Job kannst du doch nicht aufgeben. Warum machst du das? Viele wären froh, wenn sie so einen tollen Job hätten.“

Wir alle kennen diese Bedenken. Es sind Sätze, die in ihrem Ursprung bestimmt von guter Absicht geprägt sind, jedoch häufig überlagert werden mit den eigenen Sorgen und Ängsten jener Menschen, die sie aussprechen. Sprich diese Bedenken haben manchmal mehr mit jener Person zu tun, die sie kommuniziert als mit jener, an die sie adressiert ist.

Start in ein neues Leben

Zu Beginn ihrer Auszeit widmete Johanna viel Zeit ihrer Kreativität. Sie malte, bastelte und las so viel wie schon lange nicht mehr. Die Zeit verflog schnell und nach einem halben Jahr Auszeit, beschloss sie sich einen Halbtagsjob zu suchen. In jener Zeit stieß sie „zufällig“ in einem Magazin auf eine Seite, auf der ein kreativer Schreibworkshop beworben wurde. Johanna hatte sofort Feuer gefangen und spürte, dass sie dort unbedingt hin müsse.

Sie verbrachte fünf grandiose Seminartage auf einem Schreibkurs von Barbara Pachl-Eberhart in der Steiermark/Österreich. Heute weiß Johanna, dass diese Tage ein Türöffner für ihre neue berufliche Laufbahn waren. Es tat ihr unglaublich gut Feedback von ihren SeminarkollegInnen zu ihren Texten zu erhalten. Sie spürte seit langem wieder dieses Gefühl zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Am Ende des Workshops stand für Johanna fest, dass sie sich von nun an dem Schreiben widmen wollte. Das war es, was ihr Herz tun wollte.

Doch wie es halt so ist, kam der Verstand sogleich um die Ecke gebogen und wollte seine Fragen beantwortet haben. Wie zum Beispiel: „Gut und schön, dass du jetzt etwas gefunden hast, das dich erfüllt. Doch wie willst du damit Geld verdienen?“

Hier warf sich sogleich das Universum dazwischen und servierte eine Antwort im Handumdrehen. Als Johanna mit einer Kurskollegin vom Seminar in Österreich retour nach Deutschland fuhr, kam sie mit ihr ins Gespräch und erzählte ihr von ihrem Vorhaben.

So stellte sich heraus, dass ihre Kollegin jemanden kannte, der für seine Sprachschule Unterstützung in der Administration benötigte. So kam Johanna in Windeseile zu einem Home-Office Job, der es ihr erlaubte ihren Traum vom Schreiben weiter zu folgen. Johanna begann sich nach und nach dem kreativen Schreiben zu widmen, las und arbeitete viel. Nach einiger Zeit stellte sie das Universum nochmal auf die Probe.

Der Chef der Sprachschule wollte Johanna nämlich gerne zurück in ihre alte berufliche Schiene, sprich in den Vertrieb, drängen. Er konnte ihre Fähigkeiten und fundierten Erfahrungen dort gut gebrauchen. Im Nachhinein betrachtet weiß Johanna, dass dies ein wichtiger Test für sie war. Zu sehen, wie ernst sie es denn mit dem Schreiben wirklich meinte. Sie musste eine Entscheidung treffen und das tat sie auch. Sie kündigte den Job in der Sprachschule und entschloss sich einen Schreibworkshop zu machen, um das Handwerkzeug des Romanschreibens zu erlernen.  Nebenher suchte sie sich einen anderen Halbtagsjob, der es ihr erlaubte den Kopf fürs Schreiben freizuhaben.

Johanna weiß heute, dass die Angst wieder zurück zu müssen in ihr altes Leben ein riesiger Motivator für sie war. Diese Angst hat ihr den Mut gegeben das Schreiben tatsächlich anzupacken und dranzubleiben. Ein wichtiger Baustein auf ihrem Weg zur erfolgreichen Autorin war, dass sie sich auf ihrer Reise auch Unterstützung gesucht hatte. Sie fand einen Mentor, der ihr Potenzial erkannte und ihr mit Rat auf ihrer Reise zur Autorin zur Seite stand. Johanna sagt heute, dass sie diesem Menschen sehr viel zu verdanken hat. Denn ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen ist tatsächlich eine Reise.

Johannas erstes Buch

2018 war es dann so weit. Sie hatte ihr Manuskript für ihren Debütroman fertiggestellt. Dann stand sie vor der Frage: Verlag oder Self-Publishing? Johanna wusste, dass sie für die erste Option nochmal mit mindestens zwei bis drei Jahre Wartezeit bis zur Veröffentlichung rechnen müsste. Diese Wartezeit erschien ihr viel zu lange. Aus diesem Grund entschloss sie sich für die Variante des Self-Publishings.

Als die ersten Reaktionen auf ihr Buch eintrudelten, war Johanna klar: „Es war all die Mühe und Zweifel wert,  es hat sich so gelohnt.“ Sie fühlte sich erfüllt mit Glück, als sie bemerkte, wie vielen Menschen sie mit ihrem Buch Mut machen konnte. Johanna beschreibt ihren Debütroman Wir können alles sein als ein Werk der Rebellion. Zwei Frauen mit einem großen Altersunterschied in einer Liebesbeziehung, Die junge Protagonistin, die den Job kündigt und sich dazu aufmacht Schriftstellerin zu werden. Wir können eben alles sein!

Johanna hat in ihrem Buch nämlich auch ihre Wut aufgearbeitet. Viele Menschen in ihrem Umfeld haben ihren Weg nicht verstanden. Sie fordert uns mit ihrem Buch dazu auf, mehr Toleranz zu zeigen für die Unterschiedlichkeiten von uns Menschen.

Weg von dieser häufig praktizierten Pseudo-Toleranz hin zu tatsächlicher Akzeptanz für unterschiedliche Lebensmodelle, Einstellungen und Sichtweisen. Johanna illustriert mit ihrem Buch eindrucksvoll, dass es nicht egoistisch ist seinen eigenen Traum zu leben, sondern dass es vielmehr unsere Pflicht ist.

Heute ist Johanna erfüllt von ihrer Arbeit als Autorin. Sie kann all ihre Gaben und Talente in ihr Berufsleben einfließen lassen. Sie lebt heute ihre Berufung und weiß gleichzeitig, dass diese Reise noch lange nicht zu Ende ist. Denn dieser Weg geht immer weiter…..

Johanna ist bewusst, dass die Reise zur Berufung viele Herausforderungen in sich birgt. Sie hat es selbst erlebt. Doch sie weiß, dass es sich lohnt und dass dieser Weg zum großen Glück führt. Deshalb hat sie sich auch dem Ziel verschrieben mit ihrer Arbeit Menschen wach zu rütteln, ihnen Mut zu machen, um für ihre Träume loszugehen.

Wenn du mehr zu Johannas Arbeit erfahren möchtest, dann findest du hier ihre Kontaktdaten:

Johannas Buch: Wir können alles sein

Website: https://johannakramer.de

Instagram: https://www.instagram.com/johannakramer_autorin/

Das Podcast-Interview mit Johanna findest du hier.



Was immer Du kannst, beginne es. Beginne JETZT.

— (Johann Wolfgang von Goethe)